de eeuwige terugkeer (4)

Samstag kommt meine Schwester schreef Nietzsche aan het eind van zijn brief op 7 mei 1879 aan Marie Baumgartner. Goede vriend Franz Overbeck had deze hulp geregeld. In haar boek over haar broer herinnert Elisabeth Nietzsche zich deze dag. Ze schreef het in een tijd dat ze haar beheer over de boeken en manuscripten van haar broer probeerde te legitimeren: had ze niet toen al in 1879 manuscripten van haar grote broer gered? Haar beheer na de geestelijke ineenstorting van Friedrich Nietzsche is een ramp voor de receptie van zijn werk en de nalatenschap van zijn manuscripten geweest. Erg betrouwbaar zijn de herinneringen niet, Elisabeth doet erg haar best om haarzelf een heldenrol toe te dichten.

Wir blieben nach meiner Ankunft nur noch einen Tag in Basel, an welchem mir Fritz die Anweisung gab, wie ich mit seiner Bibliothek und seinen Manuscripten verfahren sollte. Einen Theil seiner Bücher hatte er bereits verschenkt und verkauft, aber die Hauptmasse seiner Bibliothek war noch vorhanden und sollte in Kisten eingepackt bei Freunden eingestellt werden, mit Ausnahme von zwei gefüllten Koffern, die er auf die Reise mitnehmen wollte. Ganz schrecklich war mir, was er über seine Manuscripte bestimmte! Er hatte die Gewohnheit, alle Vorarbeiten zu seinen Schriften in feste Hefte zu schreiben; von diesen hatte er nun zwei Haufen gemacht, der eine sollte eingepackt, der andere verbrannt werden. 'Was soll ich noch mit diesen Heften, ich bin nächstens entweder blind oder todt,' meinte Fritz (während der schlimmen Leidenszeit war die Sehkraft auf ein Minimum herabgesunken). Diese Bücher mit seiner lieben Handschrift verbrennen zu sollen, war mir ein schrecklicher Gedanke 'Fritz,' sagte ich zögernd, 'wie kann man denn diese festen Hefte verbrennen?' 'Mit den Deckeln geht es natürlich nicht,' sagte Fritz, nahm ein Federmesser und schnitt innen die Bänder durch, die das Heft mit dem Deckel verbanden. Zum Glück hatte er eines der Hefte ergriffen, in dem Etwas stand, von dem er zuvor gesagt hatte, daß es aufbewahrt werden sollte. 'Siehst Du, Fritz, da wäre nun gleich etwas Falsches verbrannt worden', meinte ich, 'laß mich das Ganze erst noch einmal aussuchen.' Meinetwegen, sagte Fritz, 'aber schaff mir das Zeug weg, daß ich es nicht wieder sehe, laß es einstampfen oder verbrennen, ich überlasse Alles Deiner Liebe und Klugheit.' So blieb vor der Hand Alles, wie es war: es wurde bestimmt, daß ich nach einigen Wochen nach Basel zurückkehren sollte, um die Möbel zu veraufen und alle seine Angelegenheiten eindgiltig zu ordnen. Der Haufen Schriften, den mein Bruder damals zum Verbrennen bestimmt hatte, ist bis auf sieben Druckbogen der Inhalt des neunten und zehnten Bandes der Gesammtausgabe. Mein Bruder hatte in dem Reichthum seines Geistes keine Ahnung mehr, was für kostbare Schätze darin verborgen waren, welche Fülle von Gedanken, von ihm vergessen, darin aufgespeichert lag. Als ich in Basel seine Angelegenheit in Ordnung brachte, packte ich diese Schriften in meinen Koffer, schickte sie nach Naumburg und ließ sie in der That auf lange Jahre vor seinen Augen verschwinden. Schon frührer hatte ich Einiges, was er zum Verbrennen bestimmt hatte, aufgehoben und mir daraus eine Sammlung gemacht. Dieser Sammlung wurden nun auch diese Schriften noch einverleibt, sie gehören zu ihrem werthvollsten Bestand.

Elisabeth Nietzsche Das Leben Friedrich Nietzsche's
Leipzig 1897, 329-330
In: Chronik, 451-452